Wieso lähmt mich meine Angst?

Wieso lähmt mich meine Angst?

Du bist nicht automatisch ein Angsthase oder Feigling, wenn Du bei gefährlichen Begegnungen oder in Selbstverteidigungssituationen Angst verspürst. Denn dieses Gefühl darf man nicht mit dem Gefühl gleichsetzten, dass man ein wehrloses Opfer ist.

Angst, völlig normal?

Das Gefühl der Angst ist völlig normal. Unser Körper setzt unter Stress, wie beispielsweise einer Prügelei, Adrenalin frei. Adrenalin ist ein Kampf- und Fluchthormon, welches bei der Freisetzung die typischen Symptome wie Angst oder Furcht zum Vorschein bringt. Die Freisetzung des Adrenalins hat aber einen Nachteil: Es kann unseren Verteidigungswillen und unser Selbstvertrauen stark und negativ beeinflussen.

Das Adrenalin

Dein Körper schüttet, wie bereits erwähnt, Adrenalin in Gefahrensituationen aus. Adrenalin löst hierbei, durch das Gefühl der Angst, den Fluchtreflex aus. Der Fluchtreflex ist dafür da, dass wir unser eigenes Überleben sicherstellen, und ist ein Fluchtimpuls, der sich im Laufe der Evolution manifestiert hat. Denn früher war die Flucht vor einem Raubtier für den Menschen die einzige Möglichkeit, sich vor der tödlichen Gefahr zu retten und somit den Erhalt der menschlichen Art zu sichern. Die automatische Produktion von Adrenalin ist somit ein Überbleibsel aus unserer Vergangenheit und suggeriert uns Angst, um den Fluchtreflex auszulösen und um die Chancen für unser Überleben zu erhöhen.

Die Aufgaben von Kampf- und Fluchthormonen

Die Hauptaufgabe von Adrenalin und Noradrenalin ist es, gespeicherte chemische Energie wie Glykogen und Fett freizusetzen und die Aufnahme von Glukose in den Körperzellen zu unterstützten. Für die kommende erhöhte Muskeltätigkeit muss ausreichend Energie für den Körper zur Verfügung stehen. Um sich auf das Wesentliche zu fokussieren und um die Anzahl von möglichen Entscheidungen zu reduzieren, verengt sich unser Sichtfeld. Außerdem werden parallellaufende Denkvorgänge blockiert oder unterdrückt.

Die Schockstarre

In der Evolutionsgeschichte gab es nicht nur Gefahrensituationen, wo die Flucht die beste Wahl war. Oft wurde auch die totale Starre gewählt, beispielsweise bei Raubtieren, die nicht gut sehen konnten. Dieses Verhalten ist der Gegenspieler zur Fluchtreaktion und ist bei uns oft als Schockstarre bekannt. Die Angst kann somit auch zur Erstarrung des Körpers führen. Es ist mit dem Totstellreflex aus der Tierwelt vergleichbar. Die Verhaltensweisen sind in unserer Genetik verankert. Wir haben entweder mit dem übertriebenen Fluchtverhalten zu kämpfen oder mit der Schockstarre. Die Schockstarre und das Fluchtverhalten sorgen für eine verminderte Leistungsfähigkeit des Gehirns. Das beeinflusst leider massiv die Handlungsfähigkeit und engt unseren visuellen Wahrnehmungsbereich ein.

Wofür haben wir heute noch unsere Angst?

Auch heute noch sind die Reaktionen wie Flucht, Starre oder Angriff zum Teil erforderlich. In einem nicht beleuchteten Park, wenn man sich vor einem Geräusch aus dem Gebüsch erschreckt und sich schneller fortbewegt oder wenn ein Fußgänger vor einem plötzlich auftauchenden Auto zurückspringt und vor Schreck erstarrt. Unser Körper sorgt durch körpereigene biochemische Abläufe für diesen heftigen Reaktionen  und versucht uns zu schützen.

Es kann jeden treffen!

Die Symptome, die wir oben beschrieben haben, können jeden treffen. Egal ob man jahrelang Kampfsport betrieben hat oder keinerlei Erfahrung bezüglich Selbstverteidigung hat. Diese Symptome sind auch heute noch völlig normal und natürlich! Die Stresssymptome können in unterschiedlichen Intensitäten und Umfang auftreten, je nach Erfahrung, Training und „Vorbildung“.

Verschiedene Stresssituationen

Angst und Stress, als körperliche Reaktion, können verschiedene und individuelle Auslöser bei uns haben, aber trotzdem das gleiche Ergebnis hervorrufen. Die eine Person wird rot im Gesicht vor Zorn, wenn er im Stau steht. Der Zweite gerät deswegen in Panik, weil er es nicht rechtzeitig zur Arbeit schafft. Der andere hat eine zittrige Stimme, wenn er einen Vortrag vor 80 Personen halten muss.

Das richtige Verhalten in Angstsituationen

Um die Angst zu besiegen, ist es wichtig seine persönlichen Denkmuster umzubilden. In Stresssituationen sind unsere Denkmuster meist negativ und müssen umgebildet werden. Wir trauen uns oft zu wenig zu oder werden mit neuen Fragen konfrontiert, die wir uns in Trainingssituationen noch nie gestellt haben. Daher ist es umso wichtiger, sein Selbstvertrauen und das Vertrauen in seine Fähigkeiten zu stärken und an sich Selbst zu glauben. Außerdem kann es hilfreich sein, seine Fähigkeiten durch regelmäßige Teilnahme am Training zu festigen.

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