Lass dich nicht zum Opfer machen!

Lass dich nicht zum Opfer machen!

Unsere Lebensqualität nehmen wir sehr subjektiv wahr. Besonders diejenigen, die Erfahrungen mit Mobbing, Beleidigungen oder gar körperlicher Gewalt machen mussten, werden ein Leben lang davon geprägt. Psychologisch bewiesen ist, dass Täter sich Opfer suchen. Täter wollen niemanden, der ihnen körperlich überlegen ist oder seit Jahren Kampfsport macht. Sie wollen so einfach und so schnell wie möglich ihren Plan durchsetzen.

Um zu verhindern, dass du in dieses Opfer-Schema passt, möchten wir dir einige Tipps geben. Sie sollen dir helfen, unangenehme oder potenziell gefährliche Situationen zu vermeiden.

1. Selbstbewusstsein ausstrahlen

Auch wenn wir nicht sprechen, kommunizieren wir. Über unsere nonverbale Kommunikation können uns auch Menschen einschätzen, die uns noch nie zuvor gesehen haben. Sie interpretieren unsere Signale und wenn sie geübt sind, erfahren sie sehr viel über uns.

Unsere Gestik umfasst das gesamte Spektrum der Art und Weise wie wir uns bewegen. Wie viel Raum nehmen wir ein und lassen wir den Kopf hängen oder gehen wir hoch erhobenen Hauptes? Bewegen wir uns hektisch oder sind wir entspannt und ruhig? Die Mimik gibt noch genauer Auskunft über unseren Gemütszustand. Gucken wir verängstigt, konzentriert oder gelassen? Hältst du Blicken anderer Personen stand oder guckst du verlegen nach unten?

Achte somit auf deine Gestik und Mimik, denn ansonsten bist du ein offenes Buch für alle anderen. Bist du traurig, nimm dennoch eine offene und aufrechte Körperhaltung an. Du wirst merken, wie sich auch deine Stimmung etwas aufhellt. Wer Selbstbewusstsein ausstrahlt, wird auch selbstbewusster und von anderen nicht als Opfertyp wahrgenommen.

2. Mental befreien

Körperlicher Gewalt aus dem Weg zu gehen ist grundsätzlich immer eine gute Strategie. Problemen oder Meinungsverschiedenheiten nicht gleich mit Gewalt zu begegnen ist gut! Allerdings gibt es Situationen, wo viele Menschen ihre Hemmungen abbauen sollten. Wenn du in eine Situation gerätst, in der du dich selbst verteidigen musst, solltest du nicht zögern. Notwehr ist etwas gänzlich anderes. Wenn du diese Entscheidung für dich getroffen hast, strahlst du Entschlossenheit aus und der Täter wird sich zweimal überlegen, ob er dich wirklich angreift. Helfen kann dir dabei die Überlegung, was passieren wird, wenn du dich nicht zur Wehr setzt. Überwinde falsche Hemmungen!

3. Nicht aus der Masse herausstechen

Werfen wir einen Blick ins Tierreich, so stellen wir fest, Jäger suchen sich leichte Beute. Ein schwächliches Junges oder ein verletztes hinkendes Tier kann leichter von der Herde getrennt und angegriffen werden. Übertragen auf eine Täter-Opfer-Situation, gilt es, unter dem Radar des Täters zu verschwinden. Wer sich gehetzt ständig umschaut und sehr nervös ist, fällt auch in einer Menschenmenge auf. Achte darauf, wie sich die Menschen in deiner Umgebung verhalten. Besonders im Urlaub kann es sehr hilfreich sein, „unsichtbar“ zu werden.

4. Angemessen reagieren

Um sich nicht selbst verrückt zu machen ist es sinnvoll, vorab die Situation einzuschätzen. Befindest du dich überhaupt in einer Gefahrensituation? Denn nicht in jeder Situation musst du gleich an einen Übergriff denken. Aber kommt wirklich der Ernstfall, tritt rechtzeitig den Rückzug an und tarne deine Flucht, um dich aus der Schussbahn zu bringen. Du könntest beispielsweise auf die Uhr schauen und so tun, als ob du ganz schnell losmusst.

5. Weg hier!

Jede Situation ist anders. Entscheidend ist die Umgebung, in der du dich befindest. Sind Menschen in der Nähe, die dir helfen oder zumindest Hilfe rufen können? Ist der Angreifer bewaffnet? Letztendlich kann nur ein regelmäßig und langfristig besuchter Selbstverteidigungsunterricht helfen. Selbst wer langjährige Erfahrung hat, hat keine Garantie eine gewalttätige Situation gut zu meistern. Darum gilt: Jeder Kampf, der vermieden werden kann, ist ein gewonnener Kampf. Also ergreif die Flucht sobald du kannst!