Selbstverteidigungsfehler bei Anfängern

Selbstverteidigungsfehler bei Anfängern

Jeder macht mal einen Fehler. Besonders Anfänger sind anfälliger dafür. Ihre Bewegungsabläufe sind noch nicht so routiniert. Sie denken meist erst nach, bevor sie reagieren. In einer Situation in der Selbstverteidigung gefragt ist, sorgen verschiedene Stressfaktoren für mehr Unsicherheit als im geschützten Trainingsraum. Angst. Adrenalin. Druck. Es ist für jeden schwierig, sich dabei zu fokussieren. Unter diesen Bedingungen agieren selbst einige Profis falsch. Daher möchten wir euch für die typischen Fehler sensibilisieren. So könnt ihr ihnen besser vorbeugen. Außerdem helfen wir euch dabei, die Taktik der Angreifer besser zu durchschauen. Dadurch könnt ihr deren Verhalten besser vorherahnen und reagieren.

Fehler 1 – Unaufmerksamkeit

Wer sich schützen möchte muss aufmerksam sein. Woher soll man sonst wissen, wovor man sich schützen soll? Eigentlich ganz logisch. Dennoch sind wir häufig abgelenkt. Wir hören Musik über Kopfhörer, die uns viel weniger unsere Umgebung durch Geräusche wahrnehmen lassen. Die Augen kleben am Smartphone und nur ab und an schauen wir hoch. Alkohol oder Drogen vernebeln die Sinne. Dies sind nur einige Beispiele für Dinge, die unsere Aufmerksamkeit auf unsere Umgebung schwächen. Unbewusst machen wir uns damit angreifbarer für Diebe und andere Angreifer. Das nutzen sie natürlich aus. Daher ist es wichtig, bewusst aufmerksam zu sein. Und zwar immer. Vor der Konfrontation, aber auch währenddessen und danach.

Prävention und Deeskalation

Normalerweise beginnt Selbstverteidigung mit Prävention und Deeskalation. Schon vor einem Angriff können präventive Maßnahmen zum Verhindern einer brenzlichen Situation führen. Ein gewalttätiger Konflikt kann eventuell durch Deeskalation noch abgewendet werden. Durch Unaufmerksamkeit bekommen wir erst kurz vor dem Angriff oder sogar erst mittendrin mit, was gerade passiert. Somit sind unsere taktischen Möglichkeiten sehr begrenzt. Es bleibt nichts anderes übrig, als Schadensbegrenzung und Gegenwehr zu betreiben.

Taktischer Nachteil

Die Risiken sind hierbei viel höher als bei präventiven Schritten. Erfahrene Angreifer nutzen das Überraschungsmoment und schlagen direkt zu. Zeit zu seinem eigenen Schutz zu reagieren, bleibt da eher nicht. Hat der Angreifer fest zugeschlagen und getroffen, ist der Angriff auch schon vorbei. Du liegst bewusstlos oder zumindest verletzt am Boden. Das ist der Moment, in dem Opfer im Nachhinein oft schildern, dass alles sehr schnell passiert ist und sie gar nicht wussten, wie ihnen geschah. Aus Tätersicht ist das eine optimale Situation. Ihr Opfer wehrt sich nicht mehr und der Täter hat in den meisten Fällen was er wollte.

Aufmerksamkeit im Vorfeld

Durch Aufmerksamkeit kann der Konflikt häufig verhindert werden. das ist und bleibt eine der sichersten Strategien zum eigenen Schutz. Selbst wenn das nicht funktioniert, kann der Angreifer dich so nicht überrumpeln.

Rein taktisch sind das die besten Möglichkeiten zum Selbstschutz:

  • Nicht als Opfer ausgewählt werden
  • Angreifer rechtzeitig bemerken
  • Unbemerkt aus der Situation entziehen
  • Angreifer verunsichern oder aus dem Konzept bringen
  • Fliehen und sich einen Vorsprung verschaffen
  • Rechtzeitig Hilfe holen
  • Selbst angreifen als Verteidigung

Unaufmerksamkeit vor der körperlichen Gewalt

Nicht in jeder Situation lässt sich erahnen was gleich kommt. Daher ist Aufmerksamkeit besonders wichtig, wenn dir etwas komisch vorkommt. Auch wenn es nur ein Bauchgefühl ist. Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst auf den möglichen Angreifer. Nicht selten sorgen die Umstände dafür, dass Nebensächlichkeiten eher bemerkt werden, als das große Ganze. Dies kann auch bewusst eingesetzt werden, um ein potenzielles Opfer zu verunsichern und es abzulenken.

Hier haben wir einige Ablenkungen zusammengetragen:

  • Lautes Gegröle
  • Irritierende Fragen oder irritierendes Verhalten
  • „Zufälliges“ berühren
  • Anrempeln
  • Umkreisen einer Person
  • Mehrere Personen mit verschiedenen „Rollen“

Unaufmerksamkeit bei körperlicher Gewalt

Während eines körperlichen Angriffs ist es schwer, den Überblick zu behalten und überraschende Wendungen mitzubekommen. Aber es ist unheimlich wichtig. Ansonsten bleibt das soeben gezogene Messer vielleicht unbemerkt. Oder beim groben Anrempeln wird der Mittäter, der das Handy aus der Tasche zieht, nicht bemerkt. Aus wissenschaftlicher Sicht ist bekannt, dass es gehirnphysiologisch unmöglich ist, in bestimmten Situationen die Aufmerksamkeit genau zu steuern. Dennoch versuche dich zu fokussieren.

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