Selbstverteidigung macht dich stark – Teil 1

Selbstverteidigung macht dich stark – Teil 1

Angst ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf potenziell gefährliche Situationen. Dabei spüren wir, wie unsere Hände schwitzig werden. Unser Herz schlägt schneller und schneller. Wir werden nervös und bekommen einen Kloß im Hals. Die meisten Personen überkommt das Bedürfnis zu flüchten. Aber wenn wir uns darauf konzentrieren können wir spüren, wie das Adrenalin in unseren Adern uns aufmerksamer macht. Der Körper bereitet sich auf einen anstehenden Kampf vor.

Werde wieder Herr bzw. Herrin der Lage! Nutze die Strategie Selbstverteidigung gegen die Angst. Dazu haben wir dir im Folgenden ein paar Tipps zusammengestellt, die dir im Alltag dabei helfen.

1. Gefahren vermeiden

Wer auf Konfrontationen aus ist, wird auch immer welche finden. Sie zu vermeiden ist aber der deutlich angenehmere Weg. Wie das Sprichwort sagt: „Vorsicht ist besser als Nachsicht!“ Generell sind Selbstbehauptung und situationsbedingt vernünftige Vorsichtsmaßnahmen eine gute Basis. Störenfrieden und Gewalttätigkeiten aus dem Weg zu gehen ist ein erfolgversprechendes Rezept. Dennoch kannst du unverhofft in Situationen geraten, die Schwierigkeiten bereithalten. Im Hinterkopf kannst du aber immer sicher sein, dass du zuvor alles getan hast, um eben dieser Situation aus dem Weg zu gehen. Das gibt dir die Sicherheit dich nicht fragen zu müssen, ob du etwas anders hättest machen können. Deine Gedanken kannst du so komplett auf die gegebene Situation fokussieren. Überlege wofür es sich zu kämpfen lohnt. Ehemann, Ehefrau, Kinder… Oder andersherum was du verlieren könntest. Gesundheit, Selbstständigkeit… Diese Gedanken wecken deinen Überlebensinstinkt.

2. Gutes tun für Körper und Geist

Körperlich fit zu sein bedeutet auch ein Stück weit selbstbewusst zu sein. Schnelligkeit und die Fähigkeit Energien zu mobilisieren zeichnet einen starken Körper aus. Allein dadurch haben unkoordinierte und langsame Angreifer keine Chance. Durch wechselnde Trainingspartner in unserem Unterricht lernst du, dich auf verschiedene Aggressoren einzustellen. Mal ist einer größer und schwerer als du. Mal ist es eine zierliche, aber dafür sehr schnelle Frau. Das bietet dir die optimale Chance im Training zu simulieren, wie du im realen Leben reagierst. Geistig stärkt dich Kampfkunsttraining. Du baust Alltagsstress ab und gehst gefestigter aus dem Unterricht.

3. Sicherheit durch Prävention

Damit du dich im Alltag sicherer fühlst, ist es ratsam Vorkehrungen zu treffen. Generell solltest du wachsam sein. Versuche von vornherein Situationen zu vermeiden, die dich unsicher wirken lassen könnten. Beispielsweise suche den Haustürschlüssel im Auto aus der Tasche, damit du nicht vor der Haustür ewig suchen musst. Informiere dich über eine neue Route, bevor du rausgehst. So entsteht keine Situation in der du gestresst und Hilfe suchend im Handy dein Navi anschmeißen musst. Suche dir vorab eine passende Busverbindung und vermeide lange Wartezeiten im Dunkeln an verlassenen Bushaltestellen. Wenn du die Wahl zwischen einem etwas längeren Weg unter Laternen und einer unbeleuchteten Abkürzung hast, wähle Sicherheit unter Laternen.

Das Smartphone haben wir alle immer dabei. Aber benötigen wir zum Gassi gehen mit dem Hund wirklich auch das Portemonnaie? Was du nicht dabei hast, kann dir nicht gestohlen werden. Verwende als Frau besser keine Handtasche, die du dir lediglich lose über die Schulter wirfst. Rucksäcke sind schwieriger im Vorbeigehen zu entwenden. Es gibt sogar Handtaschen, bei denen schnittfestes Material zur Herstellung verwendet wird. So kann niemand den Gurt durchschneiden und verschwinden. Zusätzliche versteckte Reisverschlüsse sorgen für geheimen Stauraum. Auch in Jacken gibt es oftmals Innentaschen zum Verstauen wichtiger Dinge. Und nutze für Gepäckanhänger deines Reisekoffers am besten deine Dienstadresse statt der privaten Anschrift. Generell gilt jedoch: Keine Tasche ist es wert, bei ihrer Verteidigung die eigene Gesundheit oder das eigene Leben zu riskieren.

4. Abstand halten

Hierbei geht es nicht nur darum, Ansteckungsgefahr zu verringern. Vielmehr sollen potenziell gefährliche Situationen minimiert werden. Wechsel rechtzeitig die Straßenseite, wenn du sonst eine unübersichtliche Stelle passieren müsstest. Setzt sich im öffentlichen Nahverkehr jemand zu dir und du hast ein ungutes Gefühl oder fühlst dich bedrängt, setz dich woanders hin. Halte grundsätzlich Abstand zu bedrohlich wirkenden Personen. Kommt jemand auf dich zu, weiche aus oder geh zurück. Versuche im Ernstfall Hindernisse wie lose Verkehrsschilder zwischen dich und den Angreifer zu bringen. Sei kreativ! Schaue im besten Fall bereits vorab unauffällig nach möglichen Fluchtrouten in Parkhäusern, an Bushaltestellen etc.

5. Selbstbewusstsein ausstrahlen und Täter überraschen

Die meisten Täter suchen sich keine Opfer aus, die hocherhobenen Hauptes die Straße entlanggehen und ruhig und konzentriert aussehen. Analysiere deine Umgebung und achte auf auffälliges Verhalten.

Kommt es zu einem Angriff, liegt der Schlüssel vielleicht darin, den Täter zu überraschen. Tu etwas Unerwartetes. Der Angreifer wird irritiert und abgelenkt sein, wenn du einen Stein durch das nächste Fenster schmeißt. Mach lautstark auf dich aufmerksam. Oder appelliere an die Gefühle und täusche beispielsweise einen Herzanfall vor.