Kampfkunst ist mehr!

Kampfkunst ist mehr!

Kampfsport ist viel mehr als nur „draufhauen“! Tatsächlich ist das wohl die klischeehafteste und eingeschränkteste Weise, mit der man die vielen unterschiedlichen Stile beschreiben könnte, denn nicht nur die Auswahl ist mit ihren Schwerpunkten unglaublich vielseitig, auch die Grundzüge, die überall vertreten sind, sind bedeutend mehr. Natürlich ist der körperliche Teil, das Aufbauen und Trainieren der eigenen Kraft und Anwendungen der erlernten Techniken wichtig, aber eben nicht alles. Dazu kommt unter anderem noch die charakterliche Entwicklung wie Selbstbewusstsein, Disziplin, innere Ruhe und Problemlösungsfertigkeit. Du wirst durch Kampfsport entspannter und ausgeglichener und merkst mit der Zeit, wie dich die Elemente des Trainings auch im beruflichen und privaten Leben begleiten werden. Auch deine Kondition und Reaktionsfähigkeit profitieren mit jeder Stunde. Wer lernen möchte, sich selbst schützen zu können, bekommt durch Kampfsport ein neues Sicherheitsgefühl – für gefährliche Situationen bist du gerüstet, ob du nun deeskalierend einwirkst oder dich im Notfall auch gegen körperliche Angriffe wehren musst.

Die richtige Schule finden

Durch diese Vielseitigkeit ist Kampfsport zu einer lukrativen Branche geworden, die immer mehr Teilnehmer anlockt und stetig wächst. Dadurch schießen auch Kampfschulen aus dem Boden und das Angebot ist schwerer zu überschauen. Achtet bei eurer Suche vor allem auf die Erfahrung der Lehrer und die Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Meist könnt ihr den Teilnehmern ansehen, ob sie sich wohlfühlen und gerne wiederkommen. Auch sollte euer Lehrer an euch und nicht (nur) am Verkauf seiner Arbeit interessiert sein. Euer Bauchgefühl zeigt euch, wo es hingehen soll! Jede Kampfschule verfolgt ihr eigenes, individuelles Konzept. Ob ihr eher für euch oder in der Gruppe, morgens oder abends, viel oder wenig trainieren wollt, bleibt euch überlassen.

Mit der richtigen Schule muss natürlich auch der richtige Stil ausgewählt werden. Dabei stehen euch alle Türen offen und zumindest in den größeren Städten gibt es fast keinen Stil, der nicht vertreten ist. Je nach euren Schwerpunkten habt ihr die Wahl, ob ihr beispielsweise das richtige Kämpfen erlernen, Selbstverteidigung beherrschen oder einfach fit werden möchtet. Sprecht dazu mit dem Lehrer; er kann nach einer Probestunde meist eine gute Einschätzung abgeben.

Kampfkunst und Kampfsport?

Wir unterscheiden übrigens zwischen Kampfkunst und Kampfsport, auch wenn wir des Leseflusses wegen beide Begriffe benutzen. Der Unterschied liegt darin, dass Kampfsport auf den Wettbewerb bezogen ist beziehungsweise die Ausübung in diesem unter Einhaltung der vorgeschriebenen Regeln. Kampfkunst dagegen ist der Schwerpunkt auf Selbstverteidigung. Vereint werden sie beide in dem Umstand, dass niemand absichtlich mit den erlernten Techniken verletzt wird.

Kampfsport vs. Fitnessstudio

Dem Kampfsport steht der Besuch eines Fitnessstudios entgegen. Auch dort kann man seine Muskeln stählern. Kampfsport hingegen bietet euch mehr, nämlich die traditionellen Elemente, die Körper und Geist vereinen und mehr, als nur Muskeln formen.

Wer plant, mithilfe von Kampfkunst abzunehmen, sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass zwei Einheiten – die Einheiten, die wir für Anfänger empfehlen, um optimal reinzukommen und nicht überfordert zu sein – als einzige Sportart zu wenig sein wird. Beim Abnehmen kommt es darauf an, im Kaloriendefizit zu sein. Dieses Ziel lässt sich durch Sport, aber wichtiger durch die richtige und ausgewogene Ernährung erreichen. Durch ausgewogene Ernährung ist man übrigens auch fitter in der Einheit! Ein guter Zusatz kann Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Spazieren gehen darstellen.

Vertrauen in sich selbst

Wie bereits erwähnt geht es gleichwertig um die innere Entwicklung, anders formuliert darum, die beste Version seiner selbst zu werden. Das beginnt auf verschiedenen Ebenen. Geht es zum Beispiel darum, sein Vertrauen in sich selbst zu stärken und ein gesundes Selbstbewusstsein für sich aufzubauen, kann Selbstverteidigung helfen. Mit dem Wissen, sich selbst verteidigen zu können, geht man gleich viel aufrechter und zieht daraus sein Vertrauen, dass du deine eigenen Grenzen stärker festlegen und auch verteidigen kannst. Auch Mobbing und andere Übergriffe, egal wo sie stattfinden, verhindern allein schon dein bestimmtes und ruhiges Auftreten, sodass du schneller in die Rolle des Opfers gedrängt werden kannst. In diesem Kreislauf erwächst durch das Training ein gesundes und wichtiges Selbstbewusstsein.

Kämpfen als letzte Option

Kommt es dennoch zu Konfliktsituationen, lernst du auch, eine Ausartung von Gewalt im besten Fall verhindern zu können. In der Kampfkunst wird das Kämpfen immer als letzte Option gesehen und ist auch nur zur Verteidigung von dir oder anderen gedacht. Diese Einstellung sollten übrigens alle Kampfschulen vertreten – wenn nicht, machst du besser einen Bogen um diese Schule, da hier Aggressionen gefördert werden, anstatt die Energie umzulenken und abzubauen. Um Kämpfen nicht als erste Option wahrzunehmen spielen auch die traditionellen Werte eine Rolle. Diszipliniert arbeiten und lernen und einen respektvollen Umgang untereinander pflegen. Auch die sozialen Kontakte funktionieren gleich auf eine andere Weise, denn meist schallt es wirklich aus dem Wald heraus wie es hineingerufen wurde!

Für jedes Alter

Auch wenn es nach diesem Text vielleicht so klingen mag, als wäre Kampfsport nur für junge, agile Menschen geeignet, ist dies keineswegs der Fall! Natürlich ist es vorteilhaft, bereits als Kind zu starten und von Anfang an altersgerechten Unterricht zu bekommen. Es ist aber nicht auf dieses Alter beschränkt; selbst Senioren ohne gesundheitliche Einschränkungen können als Anfänger starten und sich so ihre Lebensqualität und Beweglichkeit sowie Konzentrationsfähigkeit zurückholen. Bestenfalls startet man aber auch als Erwachsener so früh, dass man diesen Verlust von Anfang an besser ausgleichen kann, um im Alter fitter zu sein. Auch das Thema Sicherheit beschränkt sich nicht auf junge Leute, denn jeder kann von einem Übergriff betroffen sein und sollte in der Lage sein, seine körperliche Unversehrtheit schützen zu können. In jedem Fall ist das Training für all diejenigen offen, die mit Spaß und eben auch Ernsthaftigkeit anfangen möchten. Denn Kampfkunst ist eine Teamsache, bei der jeder von der Leidenschaft der anderen profitiert! Neue Freundschaften sind übrigens unabhängig vom Alter keine Seltenheit, denn hier wird partnerschaftlich unterrichtet und sich gegenseitig unterstützt.